Reengineering von Führungsprozessen durch Finanzmarktkrise

 

     Planungs- und Reportingprozesse dauern in vielen Unternehmen häufig zu lange und binden zu viele Ressourcen. So werden zum Beispiel bei Volvo ca. 20% aller Mana­gementressourcen von der Betreuung der Führungsprozesse absor­biert. In vielen Un­ternehmen sind fast 80% der Controllingressourcen mit der Betreuung der Führungs­prozesse blockiert und inhaltliche Analysen kommen zu kurz. Oft dauert ein Budge­tierungsprozess in großen Unternehmen bis zu einem dreiviertel Jahr und die Pla­nungsergebnisse sind bereits bei ihrem Erscheinen schon wieder veraltet. Anderer­seits haben sich die Ansprüche interner und externer Stakeholder an die Qualität dieser Pro­zesse und einer entsprechenden Corporate Governance in den Zeiten der Finanz­markt­krise massiv erhöht. Nur ein systematisches Reengineering der Führungspro­zesse un­ter Abwägung aller Stakeholder-Interessen kann diesen Konflikt lösen.

 

     Ansätze wie "Beyond Budgeting" können als umfassende Führungsmodelle gesehen werden, die neben der Prozessoptimierung auch Dimensionen wie die Unternehmens­kultur und das Führungsverständnis berücksichtigen. Dabei hat die Strategiekonfor­mität der Budgetplanung Vorrang vor einer umfassenden Budgetkonsistenz. Die Op­timierung der Führungsprozesse ist daher nicht nur ein Controllingthema, sondern eine Frage des Führungsverständnisses.

 

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