Überprüfung der Finanzierungsstrategie in der Krise

 

     Die Finanzierungsstrategie muss mit der Unternehmensstrategie verbunden sein bei gleichzeitiger Minimierung der Finanzierungskosten und des Risikos von Liquiditäts­engpässen. Besonders in Zeiten der Finanzmarktkrise müssen Potenziale bezüglich der Innenfinanzierung gehoben werden. Darüber hinaus sollte ein intelligenter Mix von Eigen- und Fremdkapitalinstrumenten zum Einsatz kommen, der die Abhängigkeit von den Banken reduziert und die Fälligkeit über die Zeitachse verteilt.

 

     Zur Überwachung der Finanzierungsstrategie ist ein entsprechendes Reporting einzu­richten (Covenants). Dabei kann man sich an den Kennzahlen von Rating-Agenturen wie Standard & Poor's oder Moodys orientieren. In Zeiten der Finanzmarktkrise und Basel II stellt ein gewisses Maß an Transparenz gegenüber den Banken einen wichti­gen Hygienefaktor bei der Finanzierung dar.

 

     Externe Anforderungen wie das KonTraG und die zunehmende Globalisierung von Un­ternehmensaktivitäten erfordern häufig eine Neuausrichtung des Risikomanage­mentsystems. Dabei sollten Methoden wie der Value-at-Risk-Ansatz berücksichtigt werden, der angibt, wie groß der maximale Verlust eines Risikoportfolios mit einer be­stimmten Wahrscheinlichkeiten in einem definierten Zeitraum ist. Auch wenn die Fi­nanzmarktkrise Defizite dieser Ansätze bei extremen Ereignissen (schwarzer Schwäne) aufgezeigt hat, so sollten sie durch Stressszenarien etc. weiter entwickelt werden. Außerdem ist auf die richtige Balance aus Wirksamkeit und System­komplexität bzw. Aufwand zu achten.

 

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