Starkes Wachstum der globalen Finanzmärkte bis zum Crash


    

     Bis zur Finanzmarktkrise sind die globalen Finanzmärkte wesentlich schneller gewach­sen als die Real­wirtschaft. Besonders gilt dies für den Bestand an Derivaten, der sich innerhalb von 10 Jahren verzwölffacht hat, wobei außerhalb der Börse gehan­delte Derivate um das 15-fache gestiegen sind. Dagegen ist das Bruttoinlandsprodukt weltweit im glei­chen Zeitraum nur um 50% gewachsen. Neben der Absicherung von Risiken in der Realwirtschaft dienen Derivate dabei zunehmend der finanzwirtschaft­lichen Spe­kulation, denn es würden nur 3 bis 5 Prozent der Liquidität für den Umsatz des Welthandels und der Direktinvestitionen ausreichen. 

 

     Auch das Anlagevolumen kapitalbasierter Rentenfonds hat sich innerhalb von 10 Jah­ren in etwa auf 24 Bill. USD verdoppelt, wobei alleine die USA ca. 60% des Vo­lumens aufbringen. Im Rahmen des demografischen Wandels kommen zudem die Baby­boomer demnächst in das Rentenalter, um von ihrem angesparten Vermögen zu leben. Dies führt letztlich trotz der gegenwärtigen Finanzmarktkrise zu einem Anstieg der Renditeerwartungen und prägt die Spielregeln der Finanzmärkte auch für Unterneh­men.

 

     Mit Private Equity und Hedgefonds sind neue Spieler in die Kapitalmärkte eingetre­ten, deren Volumen sich in den letzten 10 Jahren verfünffacht hat und die mittlerweile ein Anlagevolumen von 110 Mrd. USD bzw. 1.700 Mrd. USD verwalten. Sie wurden trotz der aktuellen Finanzmarktkrise zu ernsthaften Konkurrenten der Aktienmärkte bei der Anwerbung von Kapital und haben die Renditeerwartungen von Investoren weiter in die Höhe getrieben.

 

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