Mehr Volatilität durch internationale Rechnungslegungsstandards
Rechnungslegungsstandards stellen Abbildungsvorschriften für die materielle Wirklichkeit dar. Das Abbild der Wirklichkeit hängt aber stets von seinen Beobachtern ab. So hat bei Daimler Benz die Umstellung von HGB auf US-GAAP einen Gewinn von 0,3 Mrd. € in einen Verlust von 0,9 Mrd. € "verwandelt" und veränderte Regeln zu Goodwill-Abschreibungen und zu Verlusten bei Pensionsrückstellungen innerhalb der IFRS-Standards haben den Ergebnisausweis deutscher DAX-Werte um durchschnittlich 10% bis 15% ansteigen lassen. Vor diesem Hintergrund kann die steigende Volatilität nicht als Ursache, sondern als Folge der Abbildungsvorschriften internationaler Rechnungslegungsstandards betrachtet werden.
Durch die Verbindlichkeitserklärung der Europäischen Gemeinschaft in Richtung IFRS haben sich diese als "echte Alternative" gegenüber den amerikanischen US-GAAP-Standards etabliert. Allerdings haben beide Standards in der Finanzkrise eher pro-zyklisch gewirkt. Hier sollten insbesondere die Regelungen zur Abwertung von Goodwill und das "Mark-to-market- Prinzip" überprüft werden. Für die betroffenen Unternehmen bedeuten internationale Standards zudem wesentlich höhere Anforderungen an deren Finanzbereich.
Andererseits strahlen die internationalen Rechnungslegungsvorschriften auch auf die nationalen Vorschriften ab. So wird derzeit in Deutschland versucht, durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz ein "besseres IFRS" auch für den Mittelstand zu generieren. Vor diesem Hintergrund steigen die Anforderungen nicht nur für Großunternehmen sondern auch für den gehobenen Mittelstand.
