Finanzinvestoren totz Finanzmarktkrise mit tragfähigem Geschäftsmodell

In den letzten zehn Jahren haben Finanzinvestoren eine fast doppelt so hohe Rendite er­wirtschaftet wie an den Börsen gelistete Unternehmen. Neben einer konsequenten Fokussierung auf das operative Geschäft ihrer Portfoliofirmen wurden diese Renditen auch mit Hilfe des Leverage-Effektes und einer steuerlichen Optimierung erreicht. Da­bei ist jedoch zu berücksichtigen, dass bis zur Finanzmarktkrise die Finanzierungen zwar immer aggressiver wurden, im Schnitt jedoch mit etwas über 30% eine Eigenka­pitalquote wie im deutschen Mittelstand ausgewiesen wurde. Grundsätzlich ist aber das Geschäftsmodell der Private Equity Firmen durchaus auch in Zukunft tragbar, so­bald sich die Kreditmärkte wieder etwas normalisiert haben.

 

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt haben Investitionen in Private Equity in Deutsch­land mit 0,2% im Vergleich zu anderen Ländern (0,6% bis 1,2%) noch einen Nachhol­bedarf. Zudem macht das in Private Equity investierte Volumen lediglich ca. 1% der Kapitalisierung der weltweiten Aktienmärkte aus. Allerdings fließen die größten Be­träge in Hedgefonds und in Buyouts reifer Unternehmen, während die Investitionen in Venture Capital, also in neue Wachstumsunternehmen, eher zurückgegangen sind. Die Rahmenbedingungen müssten deshalb dahin gehend geändert werden, dass Investitio­nen in Venture Capital gestärkt werden und die Attraktivität von Steueroasen und Finan­cial Engineering reduziert wird.

 

Schließlich können traditionell geführte Unternehmen bezüglich der Prinzipien guter Unternehmensführung (Corporate Governance) einiges von Private Equity lernen. Nach der Principal/Agent-Theorie haben Aufsichtsrat und  Management vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Nutzenmaximierung unterschiedliche Ziele und es be­steht eine asymmetrische Informationssituation. Zum einen ist die Kontrolle in Private-Equity-geführten Unternehmen meist sehr viel intensiver, um das Informationsgefälle zwischen Kontrollgremium und Management zu reduzie­ren. Zum anderen wird ver­sucht, die unterschiedlichen Zielsetzungen durch ent­sprechende Vergütungssysteme des Managements abzubauen. Während in börsenno­tierten Unternehmen häufig Stock Options zum Einsatz kommen, die nur eine Ge­winnchance aber kein Verlustrisiko beinhalten, beteiligen sich Manager in Private-Equity-geführten Unternehmen meist mit "echtem" Geld an ihrem Unternehmen. Die gemeinsame Zielsetzung besteht dann in der Steigerung des Unternehmenswertes, der beim Verkauf des Unternehmens er­zielt wird.

 

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